Produkt & Marke
Nischen-Check: Woran du erkennst, ob ein Produkt Potenzial hat
Die meisten Produktideen scheitern an der Marge, nicht an der Nachfrage. Fünf Prüfschritte, mit denen du eine Nische in 30 Minuten bewertest – bevor Geld in Ware fließt.
Die häufigste Frage, die uns im Mentoring erreicht, lautet nicht „Wie verkaufe ich mehr?“. Sie lautet: Woher weiß ich vorher, ob sich dieses Produkt lohnt?
Verständlich. Wer das erste Mal Ware bestellt, legt vier- bis fünfstellige Beträge auf den Tisch, bevor ein einziger Euro zurückkommt. Die Vorbereitung entscheidet hier mehr als jeder spätere Werbe-Trick.
Im Video oben gehen wir einen konkreten Nischen-Check durch. Hier findest du die fünf Prüfschritte zum Nachlesen und Abhaken.
1. Nachfrage: Verkauft auch Platz acht?
Such dein Haupt-Keyword bei Amazon und schau dir die Bestseller-Ränge der ersten zehn Treffer an. Dabei zählt weniger der Erstplatzierte. Interessant ist, was darunter passiert.
Wenn auch Platz acht bis zehn regelmäßig verkauft, ist der Markt groß genug für einen weiteren Anbieter. Verkauft nur der Marktführer und der Rest dümpelt, bewirbst du dich gerade um den zweiten Platz in einem Ein-Produkt-Markt.
2. Wettbewerb: Zähl die Bewertungen
Geh die erste Suchergebnisseite durch und notiere die Anzahl der Rezensionen.
- Liegt etwa die Hälfte unter 200 Bewertungen, kannst du dich realistisch reinarbeiten.
- Haben alle Treffer 2.000 und mehr, brauchst du entweder ein deutlich besseres Produkt oder eine andere Nische.
Bewertungen sind Zeit. Ein Wettbewerber mit 3.000 Rezensionen hat einen Vorsprung, den du nicht mit Werbebudget aufholst.
3. Marge: Rechne ehrlich, nicht optimistisch
Als Startpunkt gilt die Faustregel Verkaufspreis gleich dreifacher Einkaufspreis. Das ist aber nur der Anfang der Rechnung. Zieh ab:
- Amazon-Verkaufsgebühr und FBA-Versandkosten
- Transport und Zoll bis ins Lager
- Retouren, je nach Kategorie zwischen 2 und 15 Prozent
- Werbekosten, realistisch 10 bis 20 Prozent vom Umsatz in der Startphase
Bleiben nach allen Abzügen keine 25 Prozent übrig, such weiter. An diesem Punkt scheitern die meisten Produktideen, und zwar bevor sie Geld kosten, wenn du ehrlich rechnest.
4. Differenzierung: Lies die Drei-Sterne-Rezensionen
Ein-Stern-Bewertungen sind oft Versandärger, Fünf-Sterne-Bewertungen sagen wenig über Schwachstellen. Die Goldmine liegt bei drei Sternen: Dort schreiben Kunden, die das Produkt grundsätzlich mögen, aber etwas vermissen.
Genau diese Punkte sind dein Produktbriefing für den Hersteller. Wer das Problem löst, über das sich die Kunden der Konkurrenz beschweren, muss später keinen Preiskampf führen.
5. Saisonalität: Fünf Jahre statt zwölf Monate
Schau dir dein Thema bei Google Trends in der Fünf-Jahres-Ansicht an. Du suchst konstante oder steigende Nachfrage.
Ein reines Sommer- oder Weihnachtsprodukt als erstes Produkt macht dein Lernjahr unnötig schwer. Du hast dann nur ein kurzes Fenster im Jahr, um Fehler zu machen und zu korrigieren.
Was dieser Check leistet und was nicht
Er ersetzt keine Lieferantenprüfung und keine rechtliche Abklärung. Produkte mit CE-Pflicht, Lebensmittelkontakt oder Markenrisiko brauchen einen zweiten, gründlicheren Blick.
Was er leistet: Er sortiert die Ideen aus, die schon an den Grundrechnungen scheitern. Dafür brauchst du keine teuren Tools. Die Amazon-Suche, ein Taschenrechner und Ehrlichkeit mit dir selbst reichen.
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